Was wächst denn da? Oder: Wie Inspector Barnaby den Fall lösen würde

An der ein oder anderen Stelle wagen sich die ersten Pflänzchen ins Licht des herannahenden Frühlings. Zögerlich und mit Bedacht stecken sie die Köpfe aus der Erde und scheinen sich über jeden Sonnenstrahl zu freuen, der sie zum Wachsen bringt.

Doch was genau wächst da eigentlich? Heute möchte ich euch zeigen, wie ich meine detektivischen Fähigkeiten einsetze, um genau das herauszufinden. Die bekannte britische TV-Serie Midsomer Murders (im Deutschen bekannt als „Inspector Barnaby“) hat mich dazu inspiriert.

1. Alibi überprüfen

Notizheft mit den Worten Was? Wann? Wo?, Stift, ArmbanduhrZugegeben, in meinen Balkonkästen ist es nicht sehr schwer sich daran zu erinnern, was im Vorjahr in dem jeweiligen Kasten geblüht hat. Solltet ihr das Glück eines Gartens haben, so habt ihr sicherlich eine Vorgehensweise, wie ihr gepflanzt habt und könnt auch so die Verdächtigen eingrenzen.

2. Spurensicherung

Kamera, Mundschutz und PlastikhandschuheMeine Kamera liegt eigentlich immer in Griffweite, wenn ich auf dem Balkon am Buddeln bin. Schnapp euch also eure Kamera und macht ein möglichst detailliertes Bild der Pflanze, die ihr bestimmen wollt. In der Vergrößerung könnt ihr Details erkennen, die man mit dem bloßen Auge vielleicht nicht sieht.

3. Abgleich mit der Datenbank

Zwei Notizzettel einer mit ! und einer mit ?Leider ist das word wide web etwas auskunftsfreudiger, als manch eine Polizei-Täterdatenbank, aber auch in den Weiten des Internets könnt ihr mit der richtigen Suche fündig werden. Versucht eine Suchkombination aus:

  • aktueller Monat (z. B. Februar)
  • Pflanzennamen, die ihr im Vorjahr an der Stelle gepflanzt habt bzw. in der Nähe (z. B. Schneeglöckchen, Krokusse, Wildblumen, Glockenblume).
    Aber Achtung: Die meisten Suchalgorithmen sind so programmiert, dass die ersten Worte eine höhere Gewichtung haben. Also probiert auch mal eine andere Reihenfolge aus.
  • hängt eines der Worte „Triebe“, „Knospen“ etc. an
  • Sucheinstellung auf Bilder setzen – so könnt ihr eure Bilder direkt vergleichen

Wir sind eine große Bloggergemeinde und wenn jeder seine Bilder optimal beschriftet (was man sieht im „alt-Text“ {alternativer Text} beschreiben und dem Bild den Namen der jeweiligen Pflanze geben), dann finden die Suchmaschinen auch die entsprechenden Informationen.

4. Verdacht mit Beweisen untermauern

Motive und Zeitstrahl eines SamentütchensSeid ihr fündig geworden? Dann prüft noch einmal eure Vermutungen, indem ihr euch die Aussaat und Blüheigenschaften der jeweiligen Pflanze etwas genauer anschaut. Das kann man ebenfalls online finden oder im Gartencenter mal einen Blick auf die jeweiligen Samentütchen werfen.

5. Fall gelöst

Tisch mit Biergläsern, ein TV an der WandJetzt nur noch die Arbeit mit einer Leckerei belohnen. Inspector Barbaby gönnt sich ein Bier im Pub – ihr vielleicht einen Kaffee oder einen Tee!? Lasst es euch schmecken und freut euch auf den Frühling!

Wie bestimmt ihr eure Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon und welche Tipps könnt ihr uns geben?

Zweite Etage auf dritter Ebene

Ob Blumenzwiebel oder Gemüsezwiebel – es ist allgemein bekannt, dass Zwiebeln im Boden wachsen und gedeihen. Doch wenn man, wie ich Ende des Sommers umzieht und seinen ganzen Garten in Kartons packt, dann fallen schon mal ein paar Dinge durcheinander. So oder so ähnlich muss es gewesen sein…

Getreu dem Motto: Es wird sich schon zeigen, was in den Zwiebeln steckt, habe ich meine Zwiebelsammlung im Frühjahr auf diverse Balkon- und Blumentöpfe verteilt. Doch Tulpen, Narzissen und Anemonen zeigten keine Ambitionen Blüten auszubilden – schade.

Ein großer Blumenkübel mit den Blättern von Tulpen. Eine kleine, verkümmerte Blüte in gelb ist zu sehen.

Wie man sieht wollten die Tulpen nicht so recht aufblühen.

Umso erfreuter war ich, als sich im Balkonkasten im späten Frühjahr etwas tat. Doch irgendwie sah es aus, wie eine normale Zwiebel – seltsam. Es war mir nicht bekannt, dass ich einfache Speisezwiebeln eingepflanzt hätte. Als sich dann die kleinen Knospen am Ende der Zwiebeln bildeten fiel es mir wieder ein: Etagenzwiebeln – natürlich. Diese hatte ich von einem Gartenfreund bekommen und im letzten Jahr schmerzlich feststellen müssen, dass sie nicht gewachsen sind. Toll, dass es in diesem Jahr geklappt hat. Hier meine Impressionen.

Am Ende der Etagenzwiebel ist eine Hülle mit einem weiteren eingedrehten Pflanzenstück, das wie ein Kokon aussieht.

Als erstes bildeten sich kleine Knospen.

Die dünne, kokonähnliche Hülle am Ende der Etagenzwiebel ist aufgegangen und das eingedrehte Pflanzenstück breitet sich aus.

Hier ist der Kokon bereits aufgegangen.

Das bisher iengedrehte Stück auf der Etagenzwiebel bildet am Ende erneut kleine Zwiebeln aus.

Am Ende des vor kurzem noch eingedrehten Stückes bilden sich kleinen Zwiebeln.

Am ursprünglichen Ende der Etagenzwiebel, wo vor kurzem noch der Kokon saß, bilden sich Zwiebeln aus.

Auch das „Mutterstück“, wo zuvor der Kokon hing, bildet nun Zwiebeln aus.

Zwei Etagenzwiebel-Pflanzen im Balkonkasten

Hier meine gesamte Etagenzwiebel-Pracht

Fünf kleine Zwiebel haben sich am Ende des Stängels der Etagenzwiebel ausgebildet.

Deutlich ausgebildete Etagenzwiebeln.

Etagenzwiebel: Stängel mit kleinen Zwiebeln am Ende, aus denen ein weiterer Stängel hervorgeht und auch dort am Ende Zwiebeln ausgebildet hat.

Hier nochmal die zwei-etagige Zwiebel.

April, April, der macht was er will…

Steigende und fallende Temperaturen, Sonne und Regen, so typisch wie eh und je präsentierte sich der April in Hamburg. Wahrscheinlich ist es gerade dieses wechselhafte Wetter, was die Pflanzen im Garten zum Wachsen bringt.

veblühte Tulpen vorne, blühende Tulpen hinten und in der Mitte sieht man noch Knospen

Die Tulpensorten wachsen der Reihe nach: erst vorne, dann hinten und dann die Mitte ;-)

Fahnähnlicher kleiner Strauch

Die Samen dieser Pflanze sollen nach Lakritz schmecken

Bottich mit grünen langen Stengeln die aus der Erde gucken

Die Etagenzwiebeln von Johannes machen sich richtig gut

Ca. 30cm hohe, frisch grüne Himbeerpflanze

Meine Himbeere hat sich nach dem strengen Winter auch wieder erholt

Die schönen Stunden nutzt man zum Pflanzen, neu gestalten und gießen und an den schmuddeligeren Tagen beobachtet man, was der Garten daraus macht. So habe ich meine Gemüsepflanzen, die ich auf dem Planzenmarkt am Kiekeberg erstanden habe, an den wärmeren Tagen in mein neues Hochbeet gesetzt. Meine Bemühungen einen biologisch ausgeglichenen Garten zu schaffen führten dazu, dass ich Calendula/Ringelblume zwischen die Salat- und Kohlpflanzen gesetzt habe, um mögliche Schädlinge auf gesunde Art fern zu halten. Ich bin gespannt, ob das klappt…

silbrig-grüner Strauch

Den Currytsrauch soll man hevorragend für Suppen und Marinaden verwenden können

Außerdem muss ich mich wohl daran gewöhnen, dass es in einem naturbelassenen Gemüsebeet auch etwas voller ist, als in einem konventionellen und sterilen Beet. Aber das sollte wohl zu schaffen sein – vor allem weil es einfach toll aussieht :-)

Hocbeet mit vielen noch recht kleinen Pflanzen. Es wird eng, wenn sie groß sind

Mein prall gefülltes Gemüsebeet

kräftige Zucchinipflanze mit vier starken Blättern

Meine Zucchini fühlt sich scheinbar wohl im Hochbeet

Viele noch zarte kleine Pflänzchen im Hochbeet

Ein kleines Durcheinander – Calendula, Blumenkohl, Kohlrabi und Spinat im Hochbeet

Mein kleiner Teich hat übrigens seinen ersten Bewohner erhalten. Am Wochenende habe ich eine Sumpfdotterblume der Natur entlocken können. Nachdem sie beim Transport doch ordentlich die Blätter hängen ließ, hat das Wasser sie wieder zum Leben erweckt und sie strahlt mit der Sonne um die Wette. Damit sie nicht untergeht habe ich um den Topf und die Pflanze vorsichtig ein Band gelegt, das wiederum von einem Stein über Wasser gehalten wird. Eine passende Unterbringung muss ich noch erarbeiten.

grüne Pflanzen mit buttergelber Blume am Rand eines noch sehr kahlen Teiches

Sumpfdotterblume in meinem kleinen Teich

Es grünt so grün…

… wenn in Hamburg die Temperaturen steigen :-)

Daher möchte ich euch heute erneut einen Einblick in meinen Garten geben. Das Phänomen jeden Tag zu sehen, wie sich die Pflänzchen weiter entwickeln und sich mit voller Kraft dem Leben stellen, fasziniert mich immer wieder aufs Neue.

Blumenzwiebel mit Blüte nahe der Knolle und schmalen, leicht bräunlichen Blättern

Vielleicht doch ein zu starker Temperaturanstieg?

In Anlehnung an den 12tel Blick von Tabea reichen in diesem Fall sogar 24 Stunden aus, um einen deutlichen Unterschied in der Größe und Schönheit der Pflanzen feststellen zu können. Nur ein Beispiel von vielen ist meine neu austreibende Clematis. Die Bilder (s. u.) liegen exakt 23 Stunden und 48 Minuten auseinander und der Größenunterschied ist auch ohne Lineal deutlich zu erkennen, oder?

ca. 10cm hohe Clematis neben einem Bild einer deutlich größeren (ca. 30cm hohen) Clematis

Wachsende Clematis – ein Größenunterschied von nicht einmal 24 Stunden

Es ist mir jeden Abend wieder eine Freude mich mit der Gießkanne jedem kleinen Fleckchen in dem es grünt zuzuwenden und zu sehen, wie das pure Leben aus der Natur seine Kraft entfaltet.

junge zart grüne Pflänzchen in Anzuchtbehältern

Calendula und diverse Stauden (Hintergrund) sind bald bereit für die Aussaat ins Freiland

5 ca.8cm große Triebe der Etagenzwiebel (bisher nur Blätter)

Auch die Etagenzwiebel macht sich prächtig

Zartes grün am Fuße der alten und vertrockneten Himbeerpflanze

Meine Himbeere treibt ebenfalls wieder neu aus

ca. 5-8cm große Spinatblätter in einem Balkonkasten vor dem Fenster (draußen)

Der Spinat bekommt immer größere Blätter, je häufiger ich ihn ernte

Übrigens hat das Hochbeet seinen ersten Bewohner gefunden. Die Zucchini war nun so groß, dass ich sie nicht länger auf dem Fensterbrett halten konnte. Noch ein bisschen mickrig in so einem großen Beet, aber das ändert sich bestimmt genauso schnell, wie der tägliche Unterschied im Garten :-)

Zarte Zucchinipflanze allein in einem 2m² großen Hochbeet

Ganz allein im Hochbeet – die Zucchini

Zucchini im Hochbeet und Tulpen auf Rasen

Vorn die Zucchini im Hochbeet und hinten die Tulpen