Jauche – die Zweite (und Richtige)

Nachdem ich verzweifelt in jedem Graben und an jedem Wegrand nach dem heißbegehrten „Schachtelhalm“ gesucht habe und lediglich in Schweden (mehr dazu im nächsten Beitrag) und letztlich am Wegrand bei meiner Schwiegermutter in Spe fündig geworden bin, habe ich mich entschlossen eine zweite, richtige Jauche anzusetzen (Erster Versuch zum Ansetzen der Jauche hier).

Grüner Stängel mit dünnen grünen Ärmchen, die kreisrund und etagenweise abgehen. Optisch ähnelt der Schachtelhalm ein bisschen einer Tanne.

Endlich gefunden: So sieht der Schachtelhalm aus.

Das im „Schachtelhalm“ (Equisetum) enthaltene Zinn und die Kieselsäure wirken super als Dünger für alle Nutzpflanzen und stärken die Pflanzen gegen Schädlingsbefall.

Eimer mit Schachtelhalm, Eierschalen und Wasser für Jauche.

Jauche ansetzen – Teil 2

Metalleimer mit Schachtelhalm, Wasser und Eierschalen. Ein Stock zum Umrührer.

Wasser auf Schachtelhalm geben und die Eierschalen sollen den Geruch binden (eigentlich sollt man Gesteinsmehl nehmen).

Jutesack über den Eimer stülpen und mit einem Band befestigen.

Jauche im Eimer mit Jutesack abdecken und 2 Wochen ziehen lassen.

Bisher habe ich das Schachtelhalm-Extrakt von Aries verwendet, was jedoch auf die Dauer ganz schon kostspielig ist. Jetzt freue ich mich auf meinen eigenen und deutlich preiswerteren Dünger.

Jauche – Dünger selber machen

Weil mir der Dünger aus dem Bioladen langsam zu teuer wurde und meine Balkonpflanzen scheinbar die ein oder andere Düngung bitter nötig haben, entschloss ich mich vor gut zwei Wochen dazu selbst eine Jauche anzusetzen.

Eigentlich war ich bei uns hinterm Haus, im Moor, auf der Suche nach Ackerschachtelhalm – fand aber leider nur diese seltsame Pflanze, die ich zunächst für den gesuchten Schachtelhalm hielt.

Lange grüne Stiele mit Verzweigungen in Metalleimer.

Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen!
Um welches seltsame Kraut handelt es sich hier?

Da ich aber voller Tatendrang war, habe ich kurzer Hand mit dem mir unbekannten Kraut eine Jauche angesetzt:

  • Die Zweige schön klein schneiden und in einen Metalleimer geben (der nimmt im Gegensatz zum Plastikeimer den Geruch nicht an)
  • Das ganze mit Wasser auffüllen, bis die Pflanzen bedeckt sind
  • Eierschalen dazu (statt Gesteinsmehl) damit sich der Gestank in Grenzen hält (funktioniert tatsächlich)
  • Mit einem Jutesack abdecken und zwei Wochen ziehen lassen
  • Jeden Tag umrühren
Grüne Halme kleingeschnitten in einem Metalleimer

Schön klein Schneiden das Ganze

Grüne Halme in Metalleimer mit Gießkanne und Wasser aufgegossen.

Mit Wasser aufgießen

Grüne Halme, Wasser und Eierschalen in einem Metalleimer

Eierschalen statt Gesteinsmehl gegen den Geruch – hilft tatsächlich

Groben Jutesack über Metalleimer gelget und festgebunden

Mit einem Jutebeutel abdecken

Grüne Flüssigkeit in alten Gläsern

Das dunkelgrüne Ergebnis nach zwei Wochen

Und siehe da – eine wunderbar grüne, leicht stinkende Jauche hat sich gebildet. Ob und wieviele Nährstoffe nun tatsächlich in meiner Jauche stecken, wird sich wohl anhand des Pflanzenwachstums zeigen. Auf eine Gießkanne (10 Liter) habe ich ca. 125ml Jauche gegeben.

Spritzen wollte ich meine Pflanzen mit dem unbekannten Zeugs aber erst einmal nicht – wer weiß, was ich da zusammengebraut habe… ;-) Ein bisschen fühle ich mich wie eine kleine Hexe *hehe*

Welche Erfahrungen habt ihr mit Jauchen und Brühen gemacht?

Herzlichst,
Madita

 

Gemüse auf dem Balkon – Meine kleinen Erfolge

Bekannterweise fällt mir das Gärtnern auf dem Balkon deutlich schwerer, als das im Garten selber. Dabei habe ich mit diversen Krankheiten zu kämpfen… meine Rose de Resht leidete zum Beispiel erst an einem starken Läusebefall und scheint nun von Echtem Mehltau und Sternrußtau betroffen zu sein.

Und auch mein Gemüse ist nicht so kräftig und weit vorangeschritten, wie ich es zu dieser Zeit erwartet hätte. Also entschloss ich mich zu einer Düngung mit Schachtelhalmextrakt und siehe da, es funktioniert.

Neben den Erdbeeren, der Mieze Schindler, deren Befruchtung mit einer Walderdbeersorte ganz wunderbar funktioniert hat, wächst auch der Blumenkohl zu einem kleinen Kopf heran.

Kleine, noch weiße Erdbeeren an der noch zarten Erdbeerpflanze.

Die Befruchtung der Mieze Schindler mit einer Walderdbeere hat super funktioniert.

Eine kleine, schon leicht rote Erdbeeren an einer zarten Erdbeerpflanze.

Im Vordergrund steht eine Erdbeere und die Mieze Schindler hängt in einer Ampfel darüber.

So hat die Befruchtung der Mieze Schindler (oben in der Ampel) funktioniert. Die Walderdbeere steht darunter.

Kleiner, weißer Blumenkohlkopf mit großen grünen Blättern schützend herum.

Noch ganz klein, aber der typische Blumenkohlkopf ist schon zu sehen.

Insgesamt drei Kohlrabipflanzen habe ich bereits im Frühling ausgesät und alle drei entwickeln sich lustigerweise unterschiedlich schnell. Die exklusive Lage des größten Kohlrabi scheint demnach gut gewählt. Die anderen beiden wachsen zwischen zahlreichen Calendula (Ringelbluen)-Pflanzen, die hoffentlich weitere Schwebfliegen anlocken, um Schädlinge fern zu halten. Einige scheinen meinen Balkon als Kinderstube für ihre Larven ausgewählt zu haben (siehe Foto der Schwebfliege vorm Insektenhotel).

Ein tennisballgroßer Kohlrabi mittig in einen Topf gepflanzt.

Wie man sieht, gefällt diesem Kohlrabi seine exklusive Lage im Einzeltopf sehr gut :-)

Golfballgroßer Kohlrabi in einem großen Kübel zusammen mit Calendula-Pflanzen.

Dieser Kohlrabi ist noch etwas kleier und steht zwischen den Calendula-Pflanzen

Noch dünne Kohlrabi-Pflanze zwischen Calendula in einem großen Kübel.

Dieser Kohlrabi ist ziemlich hinterher, aber das wird schon…

Schwebfliege (ähnlich gemustert wie eine Biene) sitzt auf dem Sims zum Insektenhotel vor einer Studentenblume (Tagetes).

Diese Schwebfliege hatte einen kleinen Schwächeanfall, daher konnte ich sie vor dem Insektenhotel fotografieren.

Alles in allem bin ich also guter Hoffnung, dass ich neben einigen Salatblättern bald noch mehr ernten kann. Seht selbst:

Gerade einmal 30cm große Tomatenpflanzen in einem Kübel.

Meine Tomaten im April.

Zahlreiche ca. 1m hohe Tomatenpflanzen in einem größeren Kpbel, gestützt von Bambusstäben.

Meine Tomaten sind in drei Monaten ganz schön gewachsen und tragen auch schon die ersten Früchte.

Bohnenpflanze mit drei Blättern.

Hier sind die „Salami“-Bohnen (Fagiolo Rampicante) noch ganz klein.

Rot-grün gemusterte Bohne an einer blätterreichen Pflanze.

Nun trägt die Pflanze ihre erste Bohne.

Kleine Chilipflanze mit wenigen Blättern und gerade einmal 10 cm Höhe.

Diese Chili (Bolivian Rainbow) habe ich im April auf dem Pflanzenmarkt am Kiekeberg gekauft.

Lila Blüten vor dunkel-grünen Blättern.

Und heute zieren die Chili (Bolivian Rainbow) schon zahlreiche Blüten. Ich bin auf die Früchte gespannt.

Kleine Chilipflanze mit sechs hellgrünen Blättern.

Hier meine Chili Nr. 2: Aji Cereza noch ganz klein.

Ca. 30cm große Chilipflanze mit zahlreichen, hellgrünen Blättern.

Cili Nr. 2 heute – allerdings noch ohne Blüte.

Vegetarier im Garten

Um ehrlich zu sein habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, welche Auswirkungen mein Vegetarier-Dasein auf meinen Garten haben könnte. In der Regel pflanzt man keine Tiere ein, sondern nur Gemüse und Blumen und wenn der Garten möglichst ökologisch angelegt wurde, dürfte doch eigentlich alles im grünen Bereich sein – oder!?

Die Naivität des Menschen legt sich meist durch lehrreiche Erfahrrungen. Manchmal hilft es auch sich durch das Lesen von Zeitschriften und/oder Büchern der rosa-roten Brille zu entledigen und aus den Erfahrungen anderer zu lernen. So geschehen, als mir die Bedeutung des Begriffs „Hornspäne“ bewusst wurde. Bisher in jedem Bio-Garten Buch empfohlen: im Frühjahr mit dem Langzeitdünger (weil er sich langsam zersetz und der Stickstoff nach und nach abgegeben wird) für ein gutes Gartenjahr sorgen. Soweit so gut. Doch wie war nochmal der Name? Horn-späne?

Ein Bild mit zerkleinerten Horn- und Hufresten und einem darüber gelegten Text "Horn-späne"

Als Abfallprodukt der Massentierhaltung handelt es sich bei Hornspänen um die Hörner und Hufe von geschlachteten Tieren. In dieser Deutlichkeit kam der Begriff bei mir nie zum tragen. Letztlich befürworte ich den Gedanken bei einer Schlachtung möglichst „viel Tier“ zu verwerten – doch bei einer nahezu biologischen Ernährung sind Hornspäne wohl nicht der richtige Weg. Bio-Hornspäne habe ich noch nirgends gesehen… Ihr etwa?

Wie sieht das bei euch aus? Wart ihr euch über die Herstellung von Hornspänen im Klaren? Und eine ganz entscheidende Frage: verwendet ihr Hornspäne im Garten und welche Philosophie verfolgt ihr beim Essen – ist das miteinander vereinbar?